Anzeiger Oberfreiamt
Operation Balkon und Boulevard
Die Theatergruppe Oberrüti hat die Saison eröffnet.
An der Premiere vom letzten Samstag war jeder Stuhl besetzt.
IRIS CAGLIONI
Hier wird gelogen, gezetert und misstraut. Das wiederum bringt natürlich die üblichen Verwechslungen, Missverständnisse und Unpässlichkeiten mit sich. Und wie es sich für eine Komödie gehört, geschieht denn schlussendlich auch die Versöhnung in schönster Art und Weise.
Passend zum Titel des Theaterstückes erzählte Jürg Guhl bei seiner Begrüssung einen lustigen Witz. Nur Sekunden später liegt er in der Theaterszenerie als Freund Bobby in komatösem Zustand auf einem Sofa. Tatort ist das vermüllte Wohnzimmer von Peter Linsen, einem Starreporter und Fotografen. Nicht, dass Linsen unordentlich wäre, doch feierte er seine Verlobung in Form einer Junggesellenparty am Abend zuvor, und die Wohnung sah aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Das wäre nicht weiter schlimm, käme nicht demnächst seine Verlobte Sabrina zu Besuch.
Von Pannen und Notlügen
Linsen holt sich Hilfe bei seiner Putzfrau doch das Unglück nimmt seinen Lauf. Linsen wird von seinem Chef Jakob Schelmer, dazu gedrängt, eine Story über einen Bankräuber zu schreiben. Dabei sind dem sensationslüsternen Verleger die Recherchen und die Wahrheit nicht so wichtig. Linsen ist gestresst, seine Putzfrau läuft im Pyjama herum, die Nachbarin im Negligé und die Verlobte klingelt an der Türe. Ein Ausbrecher taucht auf und muss versteckt werden, die Polizei schwirrt durchs ganze Haus und die Pannen, Notlügen und Verwechslungen häufen sich dramatisch. Wer ist nun schuld am ganzen Schlamassel? Was muss auf dem Balkon operiert werden?
Grossartige Leistungen
Die eingefleischten Theaterleute der TGO überzeugten an der Premiere genauso wie ihr Neuzugang Lorena Rosati. Sie stand zum ersten Mal in Oberrüti auf der Bühne und spielte mit Bravour die Rolle der Sabrina. In der dritten Saison mit dabei ist der Hauptdarsteller Giacomo Florida. Er hatte eine beinahe 100-prozentige Bühnenpräsenz und spielte seine Rolle glänzend.
Wer ebenfalls eine Glanzleistung vollbracht hat, ist die neue Regisseurin Elise Wiss. «Ich durfte mit einem richtig coolen Team arbeiten. Es waren einerseits junge Spieler mit dabei, die frischen Wind brachten. Auch einige sehr erfahrene Spieler sind mit von der Partie. Die haben es sehr gut aufgenommen, wenn jemand jüngeres vor ihnen stand und ihnen Anweisungen gab.» Wiss hatte eine gesunde Portion Respekt vor ihrem ersten Mal als Regisseurin, aber sie leistete auch gemäss den lobenden Worten von Jürg Guhl gute Arbeit: «Es war für Wiss nicht einfach, in die grossen Fussstapfen des Vorgängers zu treten. Beni Kreuzer hat elf Jahre lang bei uns Regie geführt und war ein sehr erfahrener Regisseur. Wiss hat von Beginn an ihr eigenes Ding durchgezogen und liess sich nicht verunsichern. Sie war gut vorbereitet, und darum machte es grossen Spass, mit ihr dieses Stück einzustudieren.»
Rund um das Theaterstück
Die Schauspieler werden beklatscht und stehen im Rampenlicht. Darum verdankte der Präsident bei seiner Ansprache auch die vielen Helfer und Vereinsmitglieder, die hinter und neben den Kulissen grosse Arbeit leisteten.